Gleißendes Licht und Lebensfilm:
Visionen in Todesnähe als transformative Erfahrungen

Vortrag

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Alle Veranstaltungen der Reihe „ART MEETS SCIENCE:
Vortragsreihe zu dem Kunstwerk "Die Farbe des Lichts"“

Das Kunstwerk:

1992 hat sich der Berliner Künstler Axel Neumann im Rahmen eines Selbstexperiments drei Wochen in Dunkelheit und Stille isoliert. Der Reizentzug löste eine Flut innerer Bilder aus, die er seitdem unermüdlich zu Papier brachte - in einer eigenen, detailgenauen Maltechnik mit Patronenfüller und Acrylfarbe. Die Rote Symphonie, die von 11. September bis 31. Dezember 2026 in der Basilika St. Emmeram in Regensburg ausgestellt wird, ist eines dieser Bilder.

Das Forschungsprojekt:

Am Centre for Advanced Studies "Beyond Canon" der Universität Regensburg untersucht ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Theologieprofessoren Tobias Nicklas, Harald Buchinger und Andreas Merkt apokryphe Traditionen im Zusammenspiel von Texten, Ritualen und materialer Kultur. Unter anderem erforschen sie Visionsdarstellungen in Text und Bild. Dabei zeigen sich Bezüge zu Neumanns Kunst: Visionen werden oft auf Dunkelheitserfahrungen in Kerkern oder Höhlen zurückgeführt. Spirituelle Autoren reflektieren über den Zusammenhang von Reizreduktion und Wahrnehmung des "Übersinnlichen". Die Schilderung der himmlischen Stadt in der Offenbarung des Johannes und manche Visionsdarstellungen in Buchmalereien ähneln Neumanns Bildern in Farbgebung und Motiven.

Kunst und Wissenschaft:

In den Vorträgen beleuchten Fachleute aus Bern, Groningen und Regensburg das Kunstwerk und seine Entstehung aus der Perspektive der Religionsgeschichte, der Religionswissenschaft und der Neurowissenschaften.

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