Vortrag
Justin der Märtyrer (ca. 100–165 n. Chr.), ein christlicher Apologet und Philosoph, entwickelte das Konzept des logos spermatikos. Dieses besagt, dass es so etwas wie „Samenkörner des Logos“ gibt, die Gott über die ganze Menschheit ausgestreut hat – damit selbstverständlich auch über die Grenzen Israels hinaus. Da sich alle Menschen in ihrem Wahrheitsstreben auf den gemeinsamen logos, die eine Vernunft, beziehen mussten und müssen, dann auch heidnische Philosophen wie Platon. Griechische Philosophie war für Justin so etwas wie eine diesen Denkern selbst unbewusste Vorbereitung auf das Evangelium, vergleichbar dem Gesetz für die Juden. Da dieser logos (gemäß dem Prolog des Johannes-Evangeliums) in Jesus Christus Mensch wurde, ist einiges von dem, was bei Platon und anderen im Bereich der Philosophie erkannt worden ist, im Christentum zur vollen, unüberbietbaren Reife und Geltung gelangt. Damit steht fest: Die christliche Religion ist alles andere als etwas „Barbarisches“, das in dem Geschmack Ungebildeter sein Äquivalent findet; vielmehr bedeutet das von Christus geschaffene Christentum die krönende Vollendung des Besten, was menschliches Denken in der gesamten Zeit davor hervorgebracht hat.
Referent:
Prof. Dr. Sigmund Bonk, Studium der Philosophie in München, Oxford und Regensburg, ist seit 2001 Diakon im Bistum Regensburg. Er war lange der Direktor des "Akademischen Forum Albertus Magnus" und Moderator der diözesanen Institute, Akademikerseelsorger, Dozent am "Studium Rudolphinum" und Schriftleiter des "Bote von Fatima".
| Veranstaltungsnr. | 7-83308 |
| Datum | Di 27.10.2026, 18:00 - 19:30 Uhr |
| Ort | EmmeramForum, Emmeramsplatz 3, 93047 Regensburg |
| Gebühr | kostenfrei, Spenden erwünscht. |
| Veranstalter | KEB und EBW Regensburg, VHS Regensburg Stadt |
| Anmeldung | Anmeldung unter: www.keb-regensburg-stadt.de oder anmeldung@keb-regensburg-stadt.de |
| Anmeldung bis | 25.10.2026 |
Die Vortragsreihe beleuchtet die Epoche, in der Griechenland zum Fundament unserer Kultur wurde. Im Zentrum steht der revolutionäre Wandel vom Mythos zum Logos, als die frühen Naturphilosophen begannen, die Welt durch die Vernunft zu deuten. Wir begleiten die griechische Kultur bei ihrer ersten großen Ausbreitung über das Mittelmeer: Durch frühe Kolonisationen gelangten griechische Kunst, Architektur und das Alphabet in fremde Länder und prägten so den Kern der europäischen Identität. Ein kompakter Einblick in die Zeit, in der das freie Denken und die politische Selbstbestimmung ihre Wurzeln schlugen.
Lassen Sie uns gemeinsam Epochen entdecken, erkunden und erfahren
Die Veranstaltungen finden abwechselnd bei KEB, EBW und VHS statt. Der Eintritt ist für die Auftaktveranstaltungen frei!
| Veranstaltung | "Klassische griechische Philosophie - eine Vorahnung des christlichen Denkens?" |
| Datum | Di 27.10.2026, 18:00 - 19:30 Uhr |