Vortrag
Assistierter Suizid und Sterbehilfe stehen unter dem Narrativ der Autonomie, Würde und Selbstbestimmung. Wenig beachtet wird hingegen die sozialethische Dimension einer kulturellen Praxis, in der eine fundamentale Werteverschiebung stattgefunden hat: Sterben ist nicht mehr bloß zuzulassen, sondern herbeizuführen. Was tut das mit den Betroffenen, mit dem medizinischen und pflegerischen Team, mit einer Gesellschaft? Welche Co-Faktoren wie Ökonomisierung, Altersdiskriminierung und die Verdrängung palliativer Angebote spielen eine Rolle, ohne dass darüber offen diskutiert wird?
Susanne Kummer ist Ethikerin und befasst sich seit vielen Jahren mit Entwicklungen der sogenannten Sterbehilfe im internationalen Raum. In ihrem Vortrag geht sie der Frage nach, welche Auswirkungen die Legalisierung in europäischen Ländern auf vulnerable Gruppen hat, wie sich Begriffe und Diskurse verschieben und was es für eine Gesellschaft bedeutet, wenn aus der Selbstbestimmung eine schleichende Fremdbestimmung wird. Ihr Plädoyer: Wir brauchen eine neue Kultur der Sorge und ein "palliatives Mainstreaming" statt einer Normalisierung des assistierten Suizids.
Susanne Kummer ist Direktorin des Instituts für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) in Wien. Sie berät Fachgesellschaften, Politik, Zivilgesellschaft und Kirche in bioethischen Fragen und veröffentlicht regelmäßig in Fachzeitschriften und Medien im internationalen Raum. Kummer ist Mitglied der Kommission für "Ethics, Research & Health" der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft) mit Sitz in Brüssel, der Akademie für Ethik in der Medizin und des Klubs der Österreichischen Wissenschaftsjournalisten.
Aufgrund ihrer Expertise ist die Philosophin gefragte Ansprechperson für Interviews und Vorträge zu aktuellen bioethischen Fragestellungen. Ihre Schwerpunkte umfassen die Themenbereiche Medizin und Menschenbild, ethische Fragen der Reproduktionsmedizin, Leihmutterschaft, Sterbehilfe, Palliative Care, das Phänomen der "Wunschmedizin", Gender und Transgender bei Kindern und Jugendlichen sowie ethische Fragen in der Arzt-Patienten-Beziehung.
Referentin:
Mag. Susanne Kummer
| Veranstaltungsnr. | 7-84260 |
| Datum | Di 26.01.2027, 19:00 - 21:00 Uhr |
| Ort | Galerie St. Klara, Kapuzinergasse 11, 93047 Regensburg |
| Gebühr | 5,00 € |
| Veranstalter | Akademisches Forum Albertus Magnus und KEB |
| Anmeldung | akademischesforum@bistum-regensburg.de oder Tel. 0941/597-1612 |