Die interdisziplinäre Ringvorlesung des Mittelalterzentrums "Forum Mittelalter" möchte die unterschiedlichen Funktionen, Herausforderungen, Symboliken und kulturellen Aufladungen von maritimen Räumen, Binnengewässern, Quellen und Wasserwegen für die historischen Gesellschaften der Antike, des Mittelalters und der Frühen Neuzeit untersuchen. Wasser tritt dabei naturgemäß als ambivalentes Element in Erscheinung. In theologischen, literarischen, künstlerischen oder musikalischen Überlieferungen kommen ihm nicht nur positive Zuschreibungen als Lebensspender, Kulturfaktor und Kontaktmedium zu - Meere und Flüsse werden historisch auch in ihrer Bedrohlichkeit und Unüberwindbarkeit für den Menschen sichtbar. Darüber hinaus haben Flüsse, Seen und Meere auch als Transport-, Übergangs- und Transitzonen Beachtung gefunden, die besondere Anforderungen in städtebaulicher, aber auch kultureller oder sprachlicher Hinsicht stellen. Insgesamt lässt sich mit der Eröffnungsrednerin Prof. Kate van Orden (Dwight P. Robinson, Jr. Professor of Music, Harvard University) sogar von einer "New Thalassography" in den historischen Wissenschaften sprechen: Begreift man Meere wie das Mittelmeer oder den atlantischen Ozean als Kontaktzonen, lassen sich National- und Landesgeschichten als global vernetzte Geschichten maritim verbundener Regionen neu erzählen. Nicht nur für die Musikgeschichte bietet das Meer als Ausgangspunkt des kulturraumübergreifenden Mappings, der Mobilität und des Kultur- und Wissenstransfers das große Potential eurozentristische Perspektiven und Meistererzählungen aufzubrechen.
| Veranstaltungsnr. |
7-83291 |
| Ort |
Universität Regensburg, Universitätsstraße 31, 93053 Regensburg, H 2 |
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Gebühr
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kostenfrei |
| Veranstalter |
"Forum Mittelalter" der Universität Regensburg in Kooperation mit dem GRK 2337 "Metropolität in der Vormoderne" und KEB
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Anmeldung
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ohne Anmeldung |