Die 1506 entdeckte antike Laokoon-Gruppe als Vorbild für Michelangelos‘ Fresko Hamans in der Sixtina

Musikalische Umrahmung (coronabedingt noch nicht gewiss)
Anna J. S. Langrieger (Violine) und Christine Lindermeier M. A. (Klavier)

Vortrag

Ein Vortrag über Inspirationen Michelangelos durch die Laokoon-Gruppe erlaubt tiefe grundsätzliche Einblicke in seine Figurenauffassungen und in die Entstehungsprozesse viele seiner Werke. Die Laokoon-Gruppe hat, wie wohl kein anderes Kunstwerk der Antike, die Entwicklung der europäischen Kunst geprägt. Unzählige Künstler haben sich davon durch die Jahrhunderte inspirieren lassen und sich mit ihr in Malerei, Skulptur und Zeichnung auseinandergesetzt - keiner aber intensiver als Michelangelo!

In diesem Zusammenhang fällt auch ein neues Licht auf die sog. "Kreuzigung des Haman" in der Sixtinischen Kapelle.
Mit einigem Recht hat Carl Justi das Buch "Esther" des Alten Testaments als "gottlos" und als "Verlegenheit für Apologeten" bezeichnet. Aufregend erscheint, dass ausgerechnet dieses ganz besondere Buch - mit seinem zentralen Thema der Bestrafung Hamans - für Michelangelo nichts als bloßer "Stoff" war. Erst dessen eigenmächtige schöpferische Umwandlung erlaubte Michelangelo eine auf Christus voraus deutende Darstellung des gekreuzigten Haman, die ohne eine genaue Kenntnis der Laokoon-Gruppe so nicht möglich gewesen wäre.


Weitere Informationen - insbesondere zur musikalischen Umrahmung und zur realen Durchführbarkeit im "Präsenz-Modus" - folgen unter: www.albertus-magnus-forum.de

Referent:

Prof. Dr. Hermann Leber, bildender Künstler, Kunsthistoriker und Kunstpädagoge, wurde in Ludwigshafen am Rhein geboren. Von 1962 bis 1963 besuchte er das Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung und anschließend die staatliche Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Von 1976 bis 1978 war er an der Technischen Universität Braunschweig und 1980 Professor für Bildende Kunst und Kunsterziehung in Hildesheim, bis er 1981 Lehrstuhlinhaber für Bildende Kunst und ästhetische Erziehung an der Universität Regensburg wurde. Hermann Leber wirkte hier 25 Jahre lang (also bis 2006). Seine Werke befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, seine Auffassungen von universitärer Forschung und Lehre prägen das Regensburger Institut für Kunsterziehung bis heute.

Datum Di 19.10.2021, 19:30 - 21:30 Uhr
Ort Haus der Musik, Konzertsaal, Bismarckplatz 1, 93047 Regensburg
Gebühr 5,00 €
Veranstalter Akademisches Forum Albertus Magnus und KEB
Anmeldung Tel.: 0941/597-1612 oder akademischesforum@bistum-regensburg.de
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