Assistierter Suizid. Da darf die Kirche sich nicht wegducken!

Theologische und ethische Perspektiven zum Verständnis und zur Umsetzung des Urteils des BVG

Podiumsdiskussion

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar kippte das bis dahin geltende Verbot organisierter - sogenannter geschäftsmäßiger - Hilfe bei der Selbsttötung. Die Karlsruher Richter begründeten die Entscheidung mit dem Selbstbestimmungsrecht. Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben schließt danach auch eine mögliche Hilfe Dritter ein.
Was, wenn diese Dritten, die von Sterbewilligen um Hilfe gebeten werden, von der Kirche sind? Wie können Christen sich zu dieser Frage verhalten? Für manche entsteht ein Gewissenskonflikt, weil sie wissen, dass im biblischen 5. Gebot gefordert wird, nicht zu töten. Andere sagen, dass sie sich nicht vorstellen können, Menschen beim Suizid zu unterstützen, weil sie als Ärzte, Pflegende oder kirchliche Mitarbeitende dafür einstehen, dass Leben geschützt und gerettet wird.
Gleichzeitig erfordert das BVG-Urteil die Entwicklung von Wegen zur Umsetzung dieses nun anerkannten Rechts von Menschen mit Sterbewunsch. Was steht für kirchliche Einrichtungen, wie die Diakonie auf dem Spiel, wenn sie sich bei dieser Frage wegducken? Welche Rolle könnte in der Debatte ein Menschenbild spielen, das mit der Spannung zwischen Autonomie und Relationalität produktiv umgeht? Und was ist aus medizinethischer Sicht zu sagen, wenn es um die Umsetzung des Assistierten Suizids in einer Klinik geht?
Wir erschließen die anstehenden ethischen Fragen mit Fachleuten aus Diakonie, Theologie und Medizin, ausgehend vom Verständnis des Urteils in mehreren Perspektiven. Die Expert:innen diskutieren auf dem Podium und mit dem Publikum.

Referenten:

Dr. Michael Rechenmacher, Oberarzt, Ärztlicher Leiter Palliativmedizin Uniklinikum Regensburg, Leiter der Palliativmedizin am UKR und Vorsitzender des inhäusigen Klinischen Ethikkomitees

Dorothea Bergmann, Theologin und Pfarrerin, Trainerin für Ethikberatung im Gesundheitswesen, Evangelisches Pflegezentrum in Eichenau bei München; Pastoralpsychologische Pfarrstelle SPES

Prof. Dr. Ralf Frisch, Professor für Systematische Theologie und Philosophie, Evangelische Hochschule Nürnberg

Dr. Tatjana K. Schnütgen, Pfarrerin, Leitung Fachbereich Theologie im Evangelischen Bildungswerk Regensburg e. V.

Datum Do 28.10.2021, 19:00 Uhr
Ort Alumneum, Bonhoeffer-Saal, Am Ölberg 2, 93047 Regensburg
Gebühr kostenfrei
Veranstalter EBW in Kooperation mit der KEB
Anmeldung ebw@ebw-regensburg.de
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