Henri de Lubac und die Theologie der Gegenwart

Festvortrag im Rahmen des Festaktes im Nachgang zum 60. Geburtstag von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Vortrag

Der Theologe und Jesuit Henri de Lubac (1896-1991) war einer der großen Impulsgeber für eine Erneuerung der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert. Als Kenner der Theologie der Kirchenväter und der Theologiegeschichte stand er für eine Innovation theologischer Methodik aus dem Reichtum ihrer Quellen und ihrer Tradition: für eine Neuentdeckung der geistlichen Schriftauslegung der griechisch-sprachigen Kirchenväter, besonders des Origenes, für die Überwindung einer neuzeitlichen Trennung der Natur des Menschen von seiner übernatürlichen Berufung durch Gott, für eine Neuentdeckung des Zusammenhangs zwischen Kirche und Eucharistie - nicht zu vergessen - für die Erforschung der Wurzeln des neuzeitlichen Atheismus und der antihumanen Konsequenzen desselben.

Der Name de Lubacs ist verbunden mit einem "Ressourcement" des theologischen Arbeitens aus altkirchlichen Quellen, durch deren intensive Wiedererschließung ein begrifflich steriles Denken überwunden und die Reichhaltigkeit
theologischer Denkalternativen erschlossen werden sollte. Henri de Lubac war zudem ein Pionier für den Dialog zwischen Christentum und Buddhismus und einer der einflussreichsten Theologen auf dem II. Vatikanischen Konzil. Für sein Lebenswerk wurde de Lubac 1983 zum Kardinal ernannt.

Der Festvortrag wird über die Bedeutung der Arbeit de Lubacs für die gegenwärtige Theologie reflektieren und aufzeigen, wie die Impulse dieses imposanten Werkes in den veränderten zeitgenössischen akademischen und kirchlichen Debattenkontexten weiterwirken können.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, geboren am 9. Oktober 1959, hat sich nicht nur wissenschaftlich intensiv mit de Lubac beschäftigt, sondern auch die wichtigste deutsche Einführung in dessen theologisches
Denken verfasst. Bischof Rudolf stellt sein Verständnis des Bischofsamtes ausdrücklich in die theologische Leitperspektive de Lubacs und versteht sich als Hirte und Lehrer der ihm anvertrauten Herde.
Als ehemaliger Professor für Dogmatik sucht er nach der authentischen Einheit von Lehre, Verkündigung und Pastoral.

Zu Ehren des 60. Geburtstags von Bischof Rudolf wird der international renommierte systematische Theologe Prof. Dr. Peter Casarella von der University of Notre Dame (Indiana/USA) die Bedeutung Henri de Lubacs für die Gegenwartstheologie
in einem Festvortrag herausstellen. Peter Casarella ist nicht nur Experte für die Geschichte der Theologie des 20. Jahrhunderts, sondern ebenfalls mit den goßen Exponenten der mittelalterlichen
Theologie und mit der zeitgenössischen lateinamerikanischen, US-amerikanischen und deutschsprachigen Theologie bestens vertraut.

18:00 Uhr c.t.
Grußworte

ca. 18:30 Uhr: Festvortrag
Prof. Dr. Peter Casarella
Henri de Lubac und die Theologie der
Gegenwart

ca. 19:30 Uhr
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer
Response

ab ca. 20:00 Uhr
Empfang im Foyer der Fakultät
(bei PT 4.1.63)

Referent:

Prof. Dr. Peter Casarella

Datum Do 24.10.2019, 18:00 - 20:00 Uhr
Ort Raum Hörsaal H4 , Universität Regensburg,
Veranstalter Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg in Zusammenarbeit mit der KEB Regensburg, dem Regensburger Hochschulkreis der Katholischen Akademie in Bayern und dem Förderverein der Fakultät für Katholische Theologie
Anmeldung E-MAil: gertraud.kumpfmueller@theologie.uniregensburg. de
Anmeldung bis 14.10.2019
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