"Jesus war Jude und ist es immer geblieben."
Preisgabe des eigentlich Christlichen oder unumgängliche Re-Vision?

Vortrag mit Diskussion

Vortrag

Seit dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-65) hat die Kirche ihr Verhältnis zum Judentum grundlegend geändert: Eine seit den Anfängen judenfeindliche Theologie und Haltung, ohne die die Schoa, die Vernichtung der europäischen Juden (über 6 Millionen), nicht möglich gewesen wäre, hat sich in ein positives beziehungsreiches Verhältnis gewandelt. Gleichwohl hat es noch 20 Jahre gedauert, dass das Erschrecken über das Versagen der Kirche(n) zu dieser Umkehr geführt hat. Aber reicht das, statt Feindschaft und Hass jetzt freundlich zu Juden zu sein?

Wenn es nur das wäre, hätte die Kirche keine wirkliche Umkehr vollzogen. Gerade die christlich-jüdische Beziehung, die eine unvergleichliche Beziehung ist, sollte dazu führen, dass sich auch die christliche Theologie verändert - bis hinein in die christliche Rede von Gott und von Jesus dem Christus / dem Gesalbten Gottes.

Von daher ist der christlich-jüdische Dialog kein harmloser Dialog nach dem Motto "Seid bitte nett zueinander!", sondern verändert Theologie und Kirche, und das zu deren eigenem Nutzen, ist also ein notwendiger, ein unumgänglicher Dialog, in dem etwa bewusst wird, dass "Jesus Jude war und es immer geblieben ist", und auch der Jude Paulus nicht zum Christentum konvertiert ist. Das hat Folgen für den christlichen Glauben. Davon soll im Vortrag die Rede sein.

Referent:

Prof. i.R. Dr. Heinz-Günther Schöttler, (* 16. Oktober 1950 in Adenau) wurde 1977 zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Saarbrücken und promovierte 1985 an der Theologischen Fakultät Trier. Dort erhielt er 1988 einen Lehrauftrag für das Fach Predigtlehre. Ab Oktober 2000 Professor für Pastoraltheologie und Kerygmatik (Verkündigung) an der Universität Bamberg. 2007 wechselte er als Professor für Pastoraltheologie zur Universität Regensburg, wo er bis zu seiner Emeritierung im Juni 2016 lehrte. Heinz-Günther Schöttler ist Mitglied im Gesprächskreis Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Seit 2006 Ephraim-Veitel-Dozent für Homiletik am liberalen Abraham-Geiger-Kolleg, Berlin. Das 1999 gegründete Abraham-Geiger-Kolleg, das erste Rabbinerseminar in Zentraleuropa nach der Shoa, bildet in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam Rabbinerinnen und Rabbiner aus. Die Berufung eines katholischen Dozenten an eine renommierte jüdische Rabbiner-Ausbildungsstätte ist ein absolutes Novum.

Datum Do 07.11.2019, 19:00 Uhr
Ort Pfarrsaal Herz Jesu, Kreuzgasse 24, 93047 Regensburg
Gebühr Eintritt frei, Spenden erwünscht.
Veranstalter KEB in Kooperation mit EBW
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