Kurs-Nr. Z12-104 – Do 24.05.12, 19:30 Uhr
Zentrale Veranstaltung, Pfarrheim Herz Marien, Rilkestr. 17
"Ein Haus voll Glorie schauet...?" Das Kirchenverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils im Spiegel von Kirchenliedern
Interaktiver Vortrag mit Liederwerkstatt
"Wer singt, betet doppelt" besagt ein Sprichwort, das dem hl. Augustinus zugeschrieben wird. Seit den Anfängen des jüdisch-christlichen
Glaubens drückt sich der Glaube an Gott nicht nur im gesprochenen Gebet, sondern auch in gesungenen Psalmen, liturgischen Gesängen und nicht zuletzt in Kirchenliedern aus. Im gemeinschaftlichen Gottesdienst bringen Menschen Lob und Dank, Klage und Bitte, Freud und Leid vor Gott. Betrachtet man das reiche Liedgut der Kirche im Detail und durch die Kirchengeschichte, so zeigen sich neben (regionalen) Traditionen und Entwicklungen in
Melodien und Kompositionen selbstverständlich auch theologische Aussagen in den Texten.
Die liturgische und ekklesiologische Erneuerung bzw. Rückbesinnung des Zweiten Vatikanums auf frühkirchliche Traditionen lässt
sich gut ablesen am Liedgut der Katholischen Kirche. So entstanden in den Jahren nach dem Konzil nicht nur viele neue Kirchenlieder,
die heute selbstverständlich neben traditionellen "Schlagern" im Gotteslob stehen und gerne gesungen werden. In der Folge des Konzils
kam es auch zu textlichen Neufassungen einiger Lieder aus der Zeit des "Kirchenkampfes" rund um die Ära des Ersten Vatikanums
(1870/71), deren ursprüngliche Versionen noch ein Verständnis von Kirche als "Trutzburg" oder
"Festung" widerspiegeln, die sich gegen ihre "Feinde" verteidigen muss (vgl. z.B. alte und neu formulierte Strophen in "Ein Haus voll Glorie schauet".
Inhalte
· gemeinsames Singen und Vergleichen von vor und nachkonziliaren Kirchenliedern · welche Liedtexte aus der Kinder- und Jugendzeit prägen
das eigene Kirchenbild?
· Erinnern an die musikalischen Neuerungen im Gottesdienst seit dem Vatikanum II und evtl. an Veränderungen im Glaubensverständnis
Die Einheit umfasst ca. 70 Minuten und setzt sich zusammen aus gemeinsamem Singen, Lesen von Liedstrophen und kurzen Informationseinheiten
zur Entstehung der einzelnen Lieder und Texte.
Preis: Eintritt frei
Referentin: Martina Hartl
Veranstalter: PGR Herz Marien
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